HOF KONZERT: Charly Schreckschuss Band
Und wieder gibt es ein Hof Konzert bei uns auf Gut Blockshagen! Dieses Mal beehrt uns die CHARLY SCHRECKSCHUSS BAND (nach 2021) nun schon zum zweiten Mal auf unserer Hofbühne.
Eintritt kostet 20 EURO – Konzerthalle ist überdacht und bestuhlt, sowie gut belüftet (einseitig offen) 🙂
CHARLY SCHRECKSCHUSS BAND – HÖCHSTE ZEIT (EUROPA) (youtube video): https://youtu.be/_RfGk2bpISM?si=091cuS2rsV2L7m7T
Für Trends hat Charly Beutin sich nie interessiert. Von Beginn an hat er immer sein Ding gemacht. Sein Ding – das war ganz am Anfang vor über 40 Jahren der Blues. Mittlerweile hat er sein musikalisches Spektrum deutlich erweitert. Zusammen mit seinem Alter Ego, dem raubeinigen, ehrlichen, direkten und herzlichen Charly Schreckschuss, mischt er seit fast einem halben Jahrhundert kräftig in der deutschsprachigen Rockmusik-Szene mit.(Mehrfach den Preis der deutschen Schallplattenkritik)
Bald 50 Jahre CSB – das sollte dann ja auch langen, könnte man meinen. Meinte er vor ein, zwei Jahren auch und raffte sich zu einer Abschiedstournee durch norddeutsche Clubs auf. Aber dann passierte etwas mit ihm. So ganz genau weiß er auch nicht mehr, was es war. Die Resonanz bei den Live-Konzerten war überaus positiv. Seine Band in Hochform. Wirklich aufhören? Geht noch nicht, ist zu früh. Da ist noch Power, da ist noch Energie, da glüht noch ein Feuer. Es muss weitergehen.
Und dann geschehen Dinge um ihn herum, in Deutschland, in der Welt.Charly Beutin alias Schreckschuss hat nie ein Hehl aus seiner Überzeugung gemacht. Haltung war für ihn eine Selbstverständlichkeit. Schon immer. Das Erstarken der AfD in Deutschland ist eines dieser Themen, das ihn nicht mehr ruhig schlafen ließ. Dann ist da dieser Mann mit dem roten Schlips und der Sturmfrisur im Weißen Haus. Der besucht Beutin in seinen Albträumen. In seinem Haus in Dänemark kann er sehen, wie der Meeresspiegel steigt. Dieses und viele weitere Themen treiben ihn um und befeuern seine Kreativität.
Und dann ist da ein gewisser Detlef Petersen, ein Nordfriese in seinem Alter, der einen Namen in der Musikszene hat. Er gründete einst die Band Lake, die in ihren frühen Jahren eine der erfolgreichsten deutschen Bands in den USA war. Es heißt, Petersen arbeitet an einem Revival von Lake. Oft sitzen die beiden bei einem guten Rotwein zusammen und besprechen die Weltlage. Als Beutin ihm vor zwei Jahren berichtete, dass er ans Aufhören denkt, sagte Petersen: „So einfach kommst du mir nicht davon. Wir machen noch ein Album.“
Das ist mittlerweile fast fertig(das Vierzehnte) die Songs sind im Kasten, aufgenommen mit den hervorragenden Musikern seiner Band (Jörg Berger, Kai Dohrenkamp, Manne Kraski, Eiko Krämer, Bernd Ohnesorge) in einem Studio in der Nähe von Husum. Neue Songs, die sich mit der Weltlage beschäftigen, aktuelle Themen, Brennpunkte des Zeitgeschehens hat Beutin in diesen neuen Songs verarbeitet.
„Frei zu sprechen, frei zu denken ist nichts, was vom Himmel fällt. In schlimmen Zeiten Haltung zeigen,
ist was am meisten zählt.“ So fängt der Titelsong, und im Refrain singt er „Hey Europa Du bist kein Hirngespinst und auch nicht Phantasie.
Höchste Zeit, höchste Zeit das wir zusammensteh`n.“
In einem weiteren Lied hat er das Thema Kinderlandverschickung aufgegriffen, und hier schreibt und singt er aus eigener Erfahrung! Im „News Blues“ attackiert er die stetig wachsende Gier nach Klicks und Likes,
brandmarkt die Gaffer bei Unfällen, die lieber schnell noch ein Foto machen anstatt zu helfen.
„Sie sind wieder da – die braunen Schergen des Wahnsinns“: Hier warnt Beutin vor dem Erstarken des rechten Rands – in drastischen Worten, wie man es von ihm nicht anders erwartet.
Die AFD mag sich angesprochen fühlen, natürlich meint er sie auch – aber sie kommt im Text nicht vor.
Denn es gab sie noch gar nicht, als er den Text vor rund 35 Jahren schrieb. „Die Dummheit macht sich breit“ hat er mit der Schreckschuß- Band neu eingespielt. Ebenso wie den fetzigen Titel „Ilesakralgelenkblockade“
vermutlich das einzige Lied weltweit zu dieser schmerzhaften Erkrankung.
Und nicht zuletzt gehört die Hymne „Hanna“ zu den neuen Liedern – eine Ode an die unvergleichliche Frau, die es seit Jahrzehnten an seiner Seite aushält : „Immer wenn es eng wird, dann ist sie da“, heißt es im Text. Wohl war!


